Biobibliografie
Ernst Heimes (Ernst Linde-Heimes)
Ernst Heimes stammt aus einer Cochem-Conder Familie, die über Generationen eng mit dem Weinbau verbunden war. Er wurde 1956 in Cochem-Cond an der Mosel geboren und ist dort aufgewachsen. Seit 1984 lebt er als freier Schriftsteller in Löf an der Mosel. In der Koblenzer Altstadt betreibt er zusammen mit Dorothee Mendner seit 1983 die Buchhandlung Heimes. Dort bietet er seit Jahrzenten Lesungen und Veranstaltungen über Literatur, Politik und Bücher an.
Neben seiner schriftstellerischen und buchhändlerischen Tätigkeit trat er in den Jahren 1988 bis 2001 mit wechselnden Kabarettprogrammen in Deutschland und im deutschsprachigen Ausland auf. In dieser Zeit gehörte er der Kabarett-Formation Kabarett Rohr verstopft an und trat als Solo-Künstler auf.
Ernst Heimes veröffentlichte in den 1970er und 1980er Jahren eine Reihe von Büchern und war als Herausgeber tätig.
Seit Mitte der 1985er Jahre beschäftigt Heimes sich intensiv mit dem KZ-Außenlager Cochem. Neben Artikeln und Beiträgen in Zeitschriften und Büchern hat er zu der Thematik
mehrere Bücher, vorwiegend im Stil der erzählenden Dokumentation veröffentlicht.
Seit 30 Jahren bietet er literarisch/geschichtliche Exkursionen zu den Stätten des ehemaligen Konzentrationslagers an.
Vortrags- und Lesereisen führten Heimes unter anderem ins europäische Ausland sowie nach Israel und Palästina.
In den Jahren um die Jahrtausendwende beschäftigte sich Heimes mit dem Gewerkschaftsführer, Politiker und Friedensaktivisten Julius Lehlbach. Er veröffentlichte 2004 dessen Biografie in der Reihe „Persönlichkeiten des Landes“, unter der Herausgeberschaft der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz.
Ernst Heimes ist Verfasser von Romanen, experimenteller Lyrik und der Schauspiele „Schatten von Menschen“ und „Mirjam Ghettokind“. Letzteres thematisiert die Deportation der jüdischen Familie Wolf in das Ghetto Theresienstadt und enthält die Kinderoper „Brundibar“.
„Mirjam Ghettokind“ ist auch als Buch erschienen.
In seinem jüngsten Buch „Bevor das Vergessen beginnt“ erarbeitete Heimes mit dem Enkel eines SS-Offiziers und Leiter eines Konzentrationslagers, zwei Kapitel. Darin gehen sie gemeinsam der Frage nach, was es für eine Familie bedeutet, wenn der Ehemann / Vater / Großvater ein verurteilter Kriegsverbrecher ist.
Mitgliedschaften
- Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland
- VS - Verband deutscher Schriftsteller Rheinland-Pfalz
- Literaturwerk Rheinland-Pfalz/Saar e.V.
- Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V.
- Börsenverein des deutschen Buchhandels
- Beirat für Kunst und Kultur Rheinland-Pfalz
Werke (Auswahl)
- Ich habe immer nur den Zaun gesehen. Suche nach dem KZ-Außenlager Cochem. Koblenz: Fölbach, 4. Aufl. 1999. ISBN 3-923532-39-3.
- Jude in Lehmen. Prosa. Koblenz: Fölbach, 1993. ISBN 3-923532-22-9.
- Schattenmenschen. Roman. Frankfurt a. M.: Brandes und Apsel, 1996. ISBN 3-86099-449-2.
- Die Nacht geht Farben holen. Worte wider den herrschenden Klamauk. Frankfurt a. M.: Brandes und Apsel, 1999. ISBN 3-86099-473-5.
- Das Ziel unserer Sehnsucht ist weit. Julius Lehlbach (1922–2001) – ein Leben für Frieden, Freiheit und soziale Gerechtigkeit. Hrsg. von der Landeszentrale für Politische Bildung Rheinland-Pfalz (Reihe: Persönlichkeiten des Landes Rheinland-Pfalz), Mainz 2004. ISBN 3-00-015025-0.
- Moseltalbrücke. Roman. Frankfurt a. M.: Brandes und Apsel, 2009. ISBN 978-3-86099-590-7.
- Mirjam Ghettokind. Schauspiel über das Ghetto Theresienstadt und die Kinderoper 'Brundibár. Frankfurt a. M.: Brandes und Apsel, 2011. ISBN 978-3-86099-712-3.
- Schwindend im Dämmer. Gedichte Bilder. Norderstedt: BoD, 2014. Edition der Buchhandlung Heimes. ISBN 978-3-7357-9082-8.
- Der Sommer, der alles veränderte. Roman. Frankfurt a. M.: Brandes und Apsel, 2016. ISBN 978-3-95558-167-1.
- Ich habe immer nur den Zaun gesehen. Suche nach dem KZ-Außenlager Cochem. Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe. Zell/Mosel: Rhein-Mosel-Verlag 2019. ISBN 978-3-89801-412-0.
- Bevor das Vergessen beginnt. Nachermittlungen über das KZ-Außenlager Cochem. Zell/Mosel: Rhein-Mosel-Verlag 2019. ISBN 978-3-89801-423-6.
- Bevor das Vergessen beginnt. Nachermittlungen über das KZ-Außenlager Cochem. Erweiterte Neuausgabe. Zell/Mosel: Rhein-Mosel-Verlag 2022. ISBN 978-3-89801-461-8.
- Inmitten von allem der Fluss, Roman, Zell/Mosel: Rhein-Mosel-Verlag 2024, ISBN: 78-3-89801-475-5.
Preise und Auszeichnungen
- 1986 Auslandsreise-Stipendium des VS und Auswärtigen Amtes
- 1992 Arbeitsstipendium des Ministeriums für Bildung und Kultur Rheinland-Pfalz
- 1999 Kulturpreis des Landkreises Mayen-Koblenz „forum artium plaudit“
- 2000 Hunsrück-Literatur-Preis
- 2003 unter den acht Besten beim Koblenzer Literaturpreis
- 2015 Kulturpreis „Burgener Rebstock“
- 2020 Deutscher Buchhandlungspreis 2020
Anmerkung
Seit dem 8. April 2022 ist der Autor verheiratet und führe den Namen Ernst Linde-Heimes.
Seine Bücher erscheinen weiterhin unter seinem Geburtsnamen Ernst Heimes.

Buchmesse mit Verleger Arne Houben (links). Rechts: Ernst Heimes.

Verleihung Burgener Rebstock, November 2015 | Foto: Erwin Siebenborn/Rhein-Zeitung.

Stadtbibliothek Koblenz mit Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz (re.) und Bibliotheksleiterin Susanne Ott (li.).
